Gebärmutterentfernung

Die Entfernung der Gebärmutter wird medizinisch als Hysterektomie oder Uterusextirpation bezeichnet. Der häufigste Grund für diese Operation sind Gebärmuttermyome (gutartige Muskelgeschwulste).

Gebärmutterentfernung

Der häufigste Grund für diese Operation sind Gebärmuttermyome (gutartige Muskelgeschwulste). Das Wort Hysterektomie kommt aus dem Altgriechischen: hystéra bedeutet Gebärmutter, ektomē Abschneiden. Der Ausdruck Uterusexstirpation kommt von den lateinischen Worten uterus (Gebärmutter) und exstirpare (ausreißen, beseitigen). Im Volksmund wird auch der Begriff „Totaloperation“ für die Entfernung der Gebärmutter gebraucht. Das ist eine Verkürzung des Wortes Totalextirpation, der die vollständige Entfernung der Gebärmutter mit Gebärmutterhals (totale Uterusexstirpation) gegen die subtotale oder auch suprazervikale Uterusexstirpation abgrenzt. Bei dieser Operation bleibt der Gebärmutterhals (Zervix) erhalten.

Gebärmutterentfernung – Zahlen und Fakten

Die Zahl der Gebärmutterentfernungen in Deutschland ist mit etwa 140.000 Eingriffen pro Jahr seit vielen Jahren in etwa konstant. Die häufigste Ursache für Hysterektomien mit etwa 85 Prozent sind gutartige Veränderungen in der Gebärmutter. Die Hälfte aller Gebärmutterentfernungen erfolgt zwischen dem 40. und dem 49. Lebensjahr. Auf Frauen zwischen 50 und 59 Jahren entfallen rund 20 Prozent dieser Eingriffe. Damit betreffen Hysterektomien zu 70 Prozent Frauen in oder um die Wechseljahre.

Gründe für eine Gebärmutterentfernung

Eine Entfernung der Gebärmutter wird aus unterschiedlichen Gründen notwendig. Die häufigsten Ursachen einer Hysterektomie sind gutartige Tumoren (vor allem Gebärmuttermyome) und schwerwiegende Zyklusstörungen, beispielsweise starke Schmerzen während der Menstruation oder heftiger Blutverlust.

Weitere Gründe, die Gebärmutter zu entfernen sind:

  • Gebärmuttervorfall (bzw. Gebärmuttersenkung)
  • Endometriose (Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter)
  • Krebsgeschwulste der Gebärmutter (Gebärmutterkrebs oder Gebärmutterhalskrebs)
  • Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
  • unstillbare Blutungen nach der Geburt
  • selten bei schweren Verletzungen oder Entzündungen der Gebärmutter

Methoden der Gebärmutterentfernung

Man unterscheidet zwischen einer einfachen Entfernung der Gebärmutter und erweiterten Operationen wie der Hysterektomie mit Adnexektomie, der Hysterektomie mit Beckenboden-Plastiken (um Harninkontinenz zu beheben oder vorzubeugen) und radikalen Operationen bei Krebserkrankungen. Die Wahl der Operationsmethode hängt dabei von der Erkrankung (Indikation zur Gebärmutterentfernung), nötigen Zusatzeingriffen, der Größe, Form und Beweglichkeit der Gebärmutter, der apparativen Ausstattung der Einrichtung und der Erfahrung des Operateurs ab.

Folgende Methoden der Gebärmutterentfernung sind üblich:

  • durch die Scheide (vaginale Hysterektomie)
  • per „Knopfloch“-Chirurgie mit einem kleinen Bauchschnitt = laparoskopische Hysterektomie (TLH – totale laparoskopische Hysterektomie)
  • kombiniert laparoskopisch und durch die Scheide (LAVH – laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie, vaginal assistierte laparoskopische Hysterektomie)
  • mittels Bauchschnitt (Laparotomie oder abdominale Hysterektomie)


Hinsichtlich der Patientinnenzufriedenheit, der Veränderung der Sexualität und des Selbstverständnisses, sich als Frau zu fühlen, lassen sich keine Unterschiede zwischen den Operationsmethoden nachweisen.

Hysterektomie bei bösartigen Erkrankungen

Die radikale Hysterektomie nach Wertheim-Meigs (totale Entfernung des Uterus unter Mitnahme des Halteapparates, des oberen Drittels der Vagina und der Beckenlymphknoten) ist die Standardtherapie bei Gebärmutterhalskrebs.

Komplikationen nach einer Gebärmutterentfernung

Hysterektomien verlaufen in der Regel unproblematisch. Seltene Komplikationen (außer allgemeinen Operationsrisiken wie Wundheilungsstörungen oder Nachblutungen) sind:

  • Verletzungen im Bereich von Darm, Harnleiter und Harnblase
  • Harnwegsinfekte
  • erhöhtes Risiko der Harninkontinenz
  • Narbenbrüche
  • Verwachsungen
  • Senkungserscheinungen des Vaginalstumpfes
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
  • manchmal über Wochen und Monate Schmerzen, Schwäche, Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Folgen einer Gebärmutterentfernung

Die Folgen einer Gebärmutterentfernung sind vielfältig. Die drastischste ist wohl, keine Kinder mehr bekommen zu können und das Gefühl zu verspüren, keine „komplette“ Frau mehr zu sein. Desweiteren empfingen viele Frauen das Ausbleiben der Regelblutung als einschneidendes und teilweise nicht ganz einfaches Erlebnis. Weitere Folgen sind:

etwas früherer Eintritt in die Wechseljahre, wenn die Eierstöcke nach der Operation im Körper verbleiben
sexuelle Veränderungen, wie Verlust des uterinen Orgasmusempfindens
spürbare Verkürzung und Trockenheit der Scheide
Libidoverlust.

Viele Frauen berichten von Lustgewinn

Aber keine Angst, diese Folgen einer Gebärmutterentfernung treten nicht zwingend auf. Viele Frauen berichten nach einer Gebärmutterentfernung sogar über eine Verbesserung der Sexualfunktion, weniger Beschwerden beim Verkehr, einen häufigeren Orgasmus, eine gesteigerte Libido und weniger vaginale Trockenheit.
Insgesamt fühlen sich die meisten Patientinnen nach einer Hysterektomie gut. Als besonders positiv bewerten die meisten Frauen der Gebärmutterentfernung, dass keine Empfängnisverhütung mehr erforderlich ist. Ein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten (wie Genitalherpes, Tripper oder Syphilis) muss selbstverständlich weiterhin erfolgen.

Nachsorge nach einer Gebärmutterentfernung

Nach einer Gebärmutterentfernung bleiben Sie noch etwa eine Woche im Krankenhaus. Bei Schmerzen bekommen Sie Schmerzmittel, um einer Infektion vorzubeugen, oft auch eine Antibiose (Behandlung mit Antibiotika, um Infektionen zu vermeiden). Solange Sie liegen, gibt es täglich eine Spritze zur Thrombose-Prophylaxe. Nach dem Klinikaufenthalt werden Sie üblicherweise noch rund drei Wochen krankgeschrieben. Etwa vier Wochen nach der Gebärentfernung können Sie wieder normal Ihrem Alltag nachgehen, inklusive Sport und erhöhter Belastung.

Nach einer krebsbedingten Entfernung der Gebärmutter folgt in der Regel eine vier- bis sechswöchige Anschlussheilbehandlung in einer Rehabilitationsklinik.
 

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.09.2017

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