Asthma

Asthma ist eine Erkrankung der Atemwege. Bei Asthmaanfällen verkrampft die Muskulatur der Bronchien. Auslöser von Asthma sind allergische und nicht-allergische Komponenten.

Definition

Asthma

Als Asthma bezeichnen Mediziner plötzlich auftretende und meist vorübergehende Attacken von Atemnot. Dabei engen die Atemwege ein, weil sich die Bronchialmuskulatur krampfhaft zusammenzieht. Gleichzeitig schwillt die Bronchialschleimhaut an und bildet vermehrt zähflüssigen Schleim, der die Atemwege verstopft. Asthma entsteht häufig durch allergische Reaktionen (allergisches Asthma) oder als Folge lungenschädlichen Verhaltens (vor allem Rauchen). Nicht-allergisches Asthma verläuft in der Regel chronisch.

Mediziner unterscheiden drei Hauptformen von Asthma:

  • allergisches (extrinsisches oder exogenes) Asthma
  • nicht-allergisches (intrinsisches oder endogenes) Asthma
  • Mischformen von allergisch und nicht-allergisch.

Von allergischem Asthma sind rund 90 Prozent der Asthmatiker betroffen, etwa 10 Prozent leiden am intrinsischen, also nicht-allergisch bedingten Asthma. Für die Häufigkeit der Mischform gibt es keine Erhebung.

Allergisches Asthma

Merkmale: 

  • Allergene sind als Auslöser zu identifizieren (positiver Hauttest)
  • relativ häufig bei Kindern und jüngeren Erwachsenen
  • Kombination mit weiteren atopischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Neurodermitis, Urtikaria)
  • Familienmitglieder haben in der Regel auch Asthma.

Allergische Auslöser von Asthma

  • Haustiere (z. B. Tierhaare, Vogelfedern)
  • Umwelt-Allergene (vor allem Blüten-, Baum- oder Gräser-Pollen)
  • Nahrungsmittel (z. B. Milch, Nüsse, Schalentiere)
  • häusliche Allergene (Kot von Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen)
  • Medikamente (insbesondere Schmerzmittel, Antibiotika)
  • Chemikalien und Berufs-Allergene (allergisch und nicht-allergisch bedingt).

Nicht-allergisches Asthma

Merkmale:

  • Sensibilisierungen gegen Allergene sind nicht nachweisbar (negativer Hauttest)
  • Krankheitsbeginn meist im mittleren Lebensalter
  • häufiger Nebenbefund sind Nasenpolypen und/oder chronische Mandelentzündung
  • Tendenz zu chronischen Krankheitsverläufen
  • in 10 Prozent der Fälle besteht zusätzlich eine Schmerzmittelunverträglichkeit.

Nicht-allergische Asthma-Auslöser

  • Infektionen (Virusinfekte, bakterielle Infektionen)
  • Nebenwirkung von Medikamenten (zum Beispiel von Acetylsalicylsäure; ASS oder Aspirin)
  • Rauchen
  • Lungenstauung bei Herzschwäche ("Herzasthma")
  • Stress, körperliche Anstrengung.

Mischformen von Asthma Merkmale:

  • allergische Komponente nachweisbar, Atemnot tritt jedoch ganzjährig bzw. auch unabhängig vom Allergenkontakt auf
  • Asthmaanfälle nach der Einnahme von Schmerzmitteln (Analgetika-induziertes Asthma)
  • häufig ist die Atemnot belastungsinduziert (Belastungsasthma)
  • Neigung zu Bronchialverengung ist nachts stärker ausgeprägt, Folge sind nächtliche Asthmaanfälle (nocturnales Asthma)
  • Asthmaanfälle nur am Arbeitsplatz (berufsbedingtes Asthma, z. B. Mehlstaubasthma; vielfach auch durch chemische Reizstoffe ausgelöst)
  • Asthmaanfälle durch Infektionen (Infektasthma).

Symptome

Ein Asthmaanfall beginnt meist mit vertiefter und beschleunigter Atmung, oft mit Husten und hörbarem Pfeifen, Giemen und Brummen beim Atmen. Abgehustet wird typischerweise glasig-zäher Auswurf. Asthmatiker haben ein Gefühl der Enge auf und in der Brust. Die Atemnot beruht auf einer erschwerten Ausatmung. Bei starker Atemnot läuft das Gesicht rötlich-blau an, die Lippen werden blass-blau (zyanotisch). Asthmaanfälle treten anfallsartig auf. Die Betroffenen haben oft große Angst oder sogar Panik. Das ist nicht unbegründet, denn ein Asthmaanfall kann sogar tödlich enden. Daher gehört jeder Asthmapatient in ärztliche Behandlung.

Ursachen

Unabhängig ob allergisch oder nicht-allergisch bedingte Asthmaanfälle, es gibt typische Auslöser für die anfallsartig auftretende Atemnot. Dazu gehören vor allem:

  • Infektionen der oberen und unteren Atemwege
  • körperliche Anstrengung
  • Kaltluft, Nebel
  • Schadstoffe in der Umwelt (Abgase, Ozon, Staub)
  • Tabakrauch (auch Passivrauchen).

Als Ursache von Asthma spielt die Vererbung eine wesentliche Rolle. Wenn beide Eltern Asthma haben, sind deren Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls von Asthma betroffen.

Behandlung

Ein Asthmaanfall kann lebensbedrohend sein und weckt bei den Betroffenen oft starke Ängste. Dennoch: Als Asthmatiker tun Sie gut daran, die Ruhe zu bewahren. Denn Angst verschlimmert den Asthmaanfall häufig. Normalerweise führen Asthmatiker ihr Asthmaspray immer mit sich. Bei den ersten Zeichen für einen Asthmaanfall sollten Sie das Medikament auch anwenden. Ohne Medikament ist ein starker Asthmaanfall ein Notfall. Wenn Sie einen solchen Notfall beobachten, verständigen Sie bitte umgehend den Rettungsdienst.

Medikamentöse Behandlung von Asthma

In der ärztlichen Behandlung von Asthma kommt eine ganze Reihe von Medikamenten zum Einsatz. Oft müssen verschiedene Präparate gemeinsam eingenommen werden. Je nach Schweregrad ist eine Dauertherapie erforderlich. Viele Arzneistoffe werden als Spray direkt in den Mund und die Atemwege gesprüht und wirken so gezielt an den gereizten und verengten Bronchien.

  • Die Vorbeugung eines Asthmaanfalls bei allergischem Asthma ist beispielsweise mit Cromoglicinsäure möglich.
  • Verschiedene Arzneistoffe als Spray oder Tabletten entspannen und entkrampfen die Bronchialmuskulatur (z.B. Theophyllin, Fenoterol).
  • Andere Mittel wie Acetylcystein, Efeublätter und Spitzwegerichkraut wirken schleimlösend.
  • Kortisonspray wird oft bei allergischem Asthma eingesetzt und wirkt unter anderem schleimhautabschwellend.

Atemgymnastische Übungen sind unerlässlich, um die medikamentöse Therapie zu unterstützen.

Hyposensibilisierung bei allergischem Asthma

In einigen Fällen von allergischem Asthma ist eine Hyposensibilisierung möglich: Dabei zielt die Behandlung darauf ab, die Überempfindlichkeit gegen den Auslöser des Asthmas herabzusetzen. Dazu wird der Patient während der Hyposensibilisierung mit langsam steigenden Dosen an das Allergen gewöhnt. Diese Methode ist insbesondere bei Pollenallergien erfolgversprechend.

Selbsthilfe bei Asthma

Häufige Auslöser von Asthma sind Allergien und Rauchen. Von daher helfen Sie sich am besten, indem Sie bei Allergien die Allergene, also die allergieauslösenden Reize, konsequent meiden. Raucher sollten in jedem Fall sofort aufhören. Sport und Bewegung an frischer Luft tragen dazu bei, Asthma zu lindern oder gar nicht erst entstehen zu lassen.

Selbsthilfe im akuten Asthmaanfall

  • Entspannen Sie sich so gut wie möglich.
  • Versuchen Sie, die Atmung bewusst zu drosseln. Widerstehen Sie dem Impuls, heftig und wiederholt gierig nach Luft zu schnappen. Vielleicht hilft Ihnen folgende Information: Beim Asthma ist nicht die erschwerte Einatmung das Problem, die Luft kann lediglich schwer entweichen. Darum ist es wichtig, sich auf die Ausatmung zu konzentrieren. Atmen Sie dafür mindestens 10 Minuten lang etwas flacher als üblich aus.
  • Wenden Sie die sogenannte Lippenbremse an. Atmen Sie bei geschlossenem Mund durch die Nase ein. Bei der Ausatmung lassen Sie die Luft leicht und ohne Anstrengung langsam zwischen den locker aufeinanderliegenden Lippen ausströmen. So verhindern Sie, dass die Atemwege während der Ausatmung kollabieren.
  • Verschiedene Körperhaltungen helfen, die Atmung zu verbessern. Dazu gehören vor allem die sogenannte Torwart- und die Kutscherhaltung. Bei der Torwarthaltung stellen Sie beide Beine hüftbreit auseinander, beugen den Oberkörper leicht nach vorn und stützen die Hände auf den Knien oder Oberschenkeln ab – als ob Sie im Tor einen Elfmeter erwarten. Die Kutscherhaltung funktioniert ähnlich. Wichtig ist es bei beiden Haltungen, die Hände abzustützen (geht z. B. auch auf einer Tischplatte) und so die Schultern zu fixieren. Dadurch wird die Atemmuskulatur unterstützt und das Atmen fällt leichter.

Autor: Charly Kahle, Mitarbeit: Christiane von der Eltz (Apothekerin), Dr. Regina Schick (Ärztin)

Stand: 01.02.2013

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