Bronchitis

Beinahe jeder kennt Bronchitis. Manchmal nennen wir sie einfach nur Husten. Bronchitis zählt zu den häufigsten Atemwegsinfektionen. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung dieser Atemwegserkrankung. Lernen Sie wirkungsvolle Hausmittel gegen produktiven Husten kennen.

Definition

Bronchien Bronchitis

Als Bronchitis bezeichnen Mediziner eine akute Entzündung der Schleimhaut in den Bronchien. Typische Symptome sind starker Husten mit Auswurf und Brustschmerzen, die sich oft beim Atmen verstärken. Eine akute Bronchitis kann in eine chronische Bronchitis übergehen. Sind die Bronchialwege dauerhaft verengt und verursachen Atemnot, Husten und vermehrten Auswurf, zählt diese chronische Bronchitis zu den chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, die unter COPD näher beschrieben sind.

Bei einer geeigneten Behandlung heilt akute Bronchitis in der Regel ohne Komplikationen aus. Für die Therapie sind Hausmittel gegen Husten (siehe unten) und pflanzliche sowie nicht-verschreibungspflichtige Medikamente die Mittel der Wahl.

Symptome

Entzündete Bronchien führen zu starkem Husten, der plötzlich einsetzt und zunächst trocken ist. Innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen verstärkt sich die Schleimproduktion in den Bronchien. Dieser Schleim wird als Auswurf ausgehustet. Mediziner sprechen davon, dass der Husten produktiv wird.

Der Auswurf ist bei einer viral verursachten akuten Bronchitis klar bis grau und dünn- oder zähflüssig. Bei bakteriell bedingter Bronchitis ist der Auswurf gelb bis grünlich. Bei schwerem Krankheitsverlauf kann der Auswurf auch blutig sein.

Leichtes Fieber und die typischen Begleiterscheinungen einer Erkältung oder Grippe, wie Schnupfen, Kopfschmerzen, Heiserkeit und Gliederschmerzen, zählen zu den weiteren Symptomen von Bronchitis.

Ursachen

Bei Bronchitis handelt es sich in der Regel um eine Infektion der Atemwege durch Viren. Nur sehr selten wird die Erkrankung durch Bakterien oder Pilze ausgelöst. Die Entzündung der Bronchien schwächt die körpereigene Abwehr. Daher kann es zu einer weiteren Infektion durch Bakterien kommen. Bei dieser sogenannten Superinfektion werden die Symptome stärker und der Genesungsprozess verzögert sich.

Bei Kinderkrankheiten wie Keuchhusten, Masern, Windpocken oder Scharlach kann es – vor allem bei Kindern – zu einer Bronchitis kommen. Das ist aber eher die Ausnahme.

Behandlung

Eine ärztliche Therapie von Bronchitis ist in der Regel nicht notwendig. Bei schwerem Verlauf und bei einer bakteriellen Superinfektion kann die Gabe von Antibiotika notwendig werden. Grundsätzlich sollten Sie sich bei Bronchitis schonen und viel schlafen oder ruhen. Auf jeden Fall dürfen die Atemwege nicht zusätzlich gereizt werden. Also auf das Rauchen verzichten und auch all zu kalte Luft meiden.

Medikamente gegen produktiven Husten

Nehmen Sie bei produktivem (feuchten) Husten keine Hustenstiller. Dadurch kann das Sputum nicht abgehustet werden und setzt sich in den Bronchien fest. Schleimlösende Medikamente gegen Bronchitis enthalten beispielsweise die Wirkstoffe Acetylcystein, Ambroxol oder Bromhexin. Eine Alternative sind pflanzliche Medikamente mit Spitzwegerich, Huflattich oder Thymian oder Myrtol.

Besonders beliebt als schleimlösendes Mittel sind Medikamente mit Efeu. Efeu verflüssigt festsitzenden Bronchialschleim und verbessert den Abtransport von Sekreten aus den Atemwegen. Gleichzeitig entspannt er die Atemwege. Efeu-Präparate gelten als gut verträglich und haben keine wesentlichen Neben- oder Wechselwirkungen. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie aber keinen Efeu nehmen, weil es schlicht und einfach keine ausreichenden Untersuchungsergebnisse über die Unbedenklichkeit der Anwendung gibt. Auch sollten Sie Efeu wegen der Vergiftungsgefahr nicht selbst sammeln oder verarbeiten. Greifen Sie besser auf fertige Efeu-Medikamente aus der Apotheke zurück.

Hausmittel gegen produktiven Husten

In vielen Fällen erweisen sich die folgenden Hausmittel gegen produktiven Husten als sehr wirksam:

  • Warme Tees mit Spitzwegerich, Fenchel oder Kamille (auch als Dampfbad zu empfehlen) erleichtern das Abhusten.
  • Die Schleimhaut schützen beispielsweise Eibisch, Spitzwegerich oder Huflattich als Lutschtablette, Sirup oder Hustensaft.
  • Die Bronchien erweitern Inhalationen mit den ätherischen Ölen von Eukalyptus, Thymian, Emser Salz oder Anis.
  • Auch warme Zwiebelwickel auf Brust und Oberkörper, Zwiebelsaft (Zucker und 2 klein gehackte Zwiebeln mischen und abdecken, 1 Stunde oder länger stehenlassen. Kinder nehmen davon alle 2 Stunden 1 Teelöffel, (Erwachsene 2 Esslöffel) oder Rettich (geputzten Rettich mit braunem Rohrzucker „weinen" lassen und den Saft löffelweise schlucken) wirken schleimlösend.
  • Der Sud von Weißkohl, Kopfsalat, Raps und/oder Sellerie lindert ebenfalls den Husten. Dafür das Gemüse 10 bis 20 Minuten kochen lassen und vor dem Schlafengehen 1 Glas lauwarmen Sud trinken.

Heilpflanzen gegen Bronchitis

Es gibt eine ganze Reihe von Heilpflanzen, die sich bei Husten und Atemwegsentzündungen bewährt haben. Einige erleichtern das Abhusten oder dämpfen den Hustenreiz. Andere fördern die Immunabwehr. Diese Wirkungen müssen nicht zwangsläufig durch unabhängige wissenschaftliche Studien belegt sein. Der Nachweis der Wirkung beruht zuweilen mehr auf den Erfahrungen, die viele Patienten und Ärzte gemacht haben.

Im Folgenden stellen wir Ihnen vier Heilpflanzen gegen Bronchitis im Steckbrief vor. Ausführliche Informationen finden Sie im Heilpflanzen-Lexikon.

Pelargonium (Umckaloabo sidoides)

  • Immunsystem aktivieren, Krankheitserreger bekämpfen und Erkältungen vorbeugen sowie abkürzen, soll Husten lindern und schleimlösend wirken, Zulassung ausschließlich für akute Bronchitis
  • für die unterstützende Behandlung vorzusehen
  • nicht gemeinsam mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten und bei erhöhter Blutungsneigung anwenden
  • Anwendungsgebiet: Erkältungen mit Husten oder Hustenreiz, akute Bronchitis.

Kampferbaum (Cinnamomum camphora)

  • löst Bronchialsekrete, regt den Kreislauf an, entspannt die Bronchien, hemmt Entzündungen, fördert die Hautdurchblutung (nur äußerliche Anwendung)
  • sicher aufbewahren: Einnahme großer Mengen ist lebensgefährlich
  • für Asthmatiker und bei anderen chronischen Atemwegserkrankungen nicht geeignet
  • nicht geeignet für Schwangere, Stillende und Kinder
  • Anwendungsgebiete: Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Muskelverspannungen, Herzbeschwerden, niedriger Blutdruck, Bronchitis, Entzündungen der oberen Atemwege.

Thymian (Thymus)

  • verflüssigt Bronchialschleim und entspannt die Atemmuskulatur, leicht antibiotisch und antiviral
  • nicht bei Asthma und bei Kindern unter 3 Jahren anwenden, Thymianöl immer verdünnt verwenden
  • sehr selten Nebenwirkungen in Form von Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder allergischen Reaktionen
  • Anwendungsgebiete: Reizhusten, Husten, Erkältungskrankheiten, entzündliche Erkrankungen der Atemwege, Bronchitis, Akne (äußerliche Anwendung)

Eukalyptus (Eukalyptus globulus)

  • befreit die Atemwege bei Erkältungen, erleichtert den Abfluss von Sekreten, lindert Verspannungen und rheumatische Beschwerden
  • kein Einfluss auf die Länge einer Erkältung nachweisbar
  • Stiftung Warentest: Bei Husten und Schnupfen mit Einschränkung geeignet
  • ätherische Öle nicht bei Asthma und chronischen Atemwegserkrankungen anwenden
  • bei Kindern mit besonderer Vorsicht anwenden (Atemnot möglich)
  • Anwendungsgebiet: Erkältungen mit Husten oder Schnupfen, Bronchitis.

Vorbeugung

Die beste Vorsorge gegen Bronchitis ist, das Immunsystem zu stärken. Dazu tragen eine gesunde Ernährung mit frischen Lebensmitteln und ausreichende Bewegung bei. Auch Wechselbäder oder Wechselduschen haben einen stimulierenden Effekt auf die körpereigene Abwehr. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck sollten vorher vorsichtshalber ihren Arzt fragen.

Viele Menschen berichten von positiven Erfahrungen mit Sonnenhut bzw. Purpursonnenhutkraut, Pelargonium oder anderen pflanzlichen Wirkstoffen wie Taigawurzel oder Lebensbaumspitzen. Klinisch belegt ist die immunisierende Wirkung gegen Atemwegsinfektionen wie Bronchitis oder Husten aber nicht.

Autor: Charly Kahle

Stand: 23.03.2018

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