Durchfall (Diarrhoe)

Was tun bei Durchfall? Fast alle Menschen kennen Durchfall aus eigener Erkrankung. Hier erfahren Sie mehr über die Ursachen von Durchfall und was Sie mit Hausmitteln und Medikamenten dagegen tun können.

Synonyme

Diarrhoe

Definition

Durchfall

Durchfall kann überaus unangenehm werden, da er sich oft kaum ankündigt. Erst ein Grummeln im Bauch und vielleicht noch heftig einsetzende Bauchschmerzen – und schon darf die nächste Toilette für den Stuhlgang nicht zu weit sein. Infektionen, Vergiftungen oder Allergien sind die häufigste Ursache von Durchfall. Aber auch psychische Faktoren spielen oft eine Rolle, etwa Stress, Nervosität oder Aufregung.

Mediziner sprechen von Durchfall oder Diarrhoe, wenn der Stuhlgang mehr als drei Mal am Tag wässrig oder breiig ist. Dadurch kommt es im Körper zu einem Flüssigkeits- und Mineralsalzverlust. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern kann dieser Flüssigkeits- und Elektrolytverlust schnell bedrohlich werden. Durch den Flüssigkeitsverlust wird das Blut eingedickt und es kann zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen.

Symptome

Fast alle Menschen kennen Durchfall aus eigener Erfahrung. Häufig kommen zu Durchfall auch noch Übelkeit, Erbrechen und Darmkrämpfe hinzu.

Ursachen

Durchfall ist, ähnlich wie Erbrechen, eine Schutzfunktion des Körpers. Mit dem Durchfall kann sich der Organismus schnell von schädigenden Keimen oder Substanzen befreien. Häufige Ursachen von Durchfall sind Magen- und Darminfektionen durch Viren oder Bakterien. Häufig kommen Erbrechen, Fieber, Gliederschmerzen oder Beschwerden wie bei einer Erkältung hinzu.

Die häufigsten Erreger sind:

  • Kolibakterien: „Sommer-Diarrhoe" (durch Fäkalbakterien in unsauberen Lebensmitteln oder Trinkwasser)
  • Viren, oft Rotaviren- oder Noroviren (Darmgrippe)
  • Salmonellen (durch eine Nahrungsmittelvergiftung mit Eiern, Geflügel oder durch Ansteckung bei erkrankten Personen)
  • Erreger von Typhus, Paratyphus, Cholera oder Ruhr (schwere Infektionen, die bei uns nicht vorkommen, aber häufig von Reisen in außereuropäische Länder mitgebracht werden).
  • Toxine (Nahrungsmittelvergiftung)
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Laktoseintoleranz) oder Nahrungsmittelallergie (zum Beispiel gegen Nüsse, Eiweiß, Weizen oder Milch)
  • übermäßiger Verzehr von Diätzucker (Sorbit, Mannit)
  • übermäßige Einnahme von Abführmitteln
  • Angst, Stress, Nervosität
  • Reizdarm, auch nervöser Darm genannt. Hier treten Durchfall und verschiedene andere Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl, Verstopfung oder Bauchkrämpfe häufig im Wechsel auf, ohne dass eine spezielle Ursache bekannt ist.
  • Alkoholmissbrauch
  • Medikamente, wie Antibiotika, können Durchfall auslösen
  • Entzündungen des Darms (häufig Morbus Crohn und Colitis ulcerosa)
  • Verwertungsstörungen (Maldigestion, Malabsorption), zum Beispiel bei Störungen der Bauchspeicheldrüse oder Verschluss der Gallenwege.

Behandlung

Eine einfache Durchfallerkrankung vergeht meist von alleine und benötigt keine spezielle Therapie. Mitunter reicht es schon, darauf achtzugeben, was man bei Durchfall essen kann. Generell sollte Durchfall nicht sofort unterbunden werden, da sonst die auslösenden Keime und Schadstoffe nicht ausgeschieden werden können.

In bestimmten Fällen ist es aber wichtig, den Arzt aufzusuchen, nämlich wenn

  • die Durchfälle sehr stark sind oder länger andauern.
  • Blut im Stuhl ist.
  • andere Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit, Nachtschweiß und/oder Schmerzen hinzukommen.
  • der Durchfall nach einer Fernreise auftritt.
  • Säuglinge oder Kleinkinder betroffen sind.

Der Arzt kann die Ursache der Durchfallerkrankung herausfinden und eine spezielle Therapie einleiten, beispielsweise mit antibakteriellen Durchfallmitteln oder Durchfallstoppern.

Mediziner warnen vor einer vorschnellen Einnahme von Antibiotika. Nach Angaben des Centrums für Reisemedizin (CRM) erhöhen Antibiotika das Risiko deutlich, dass sich im Darm multiresistente Keime ansiedeln.

Hausmittel gegen Durchfall

Wichtig ist es vor allem, die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auszugleichen. Dazu gibt es spezielle Elektrolytpräparate als Tabletten oder Flüssigkeit in Beuteln, die Glucose, Natrium, Kalium und Chlorid enthalten.

Es braucht aber nicht unbedingt die Medikamente aus der Apotheke, auch Hausmittel erfüllen Ihren Zweck. Sie können sich selbst eine Mischung aus 1/2 Liter Wasser, 5 Teelöffeln Traubenzucker und 1/2 Teelöffel Salz herstellen oder sich mit Fruchtsäften oder Cola und Salzstangen behelfen.

Insgesamt sollten Sie bei Durchfall mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken. Auch schwarzer Tee ist gut gegen Durchfall, da er leicht stopfend und beruhigend wirkt.

Weitere Hausmittel gegen Durchfall

  • Bei starkem Durchfall essen Sie am Anfang am besten nichts. Ab dem 2. oder 3. Tag können Sie mit Schonkost (Zwieback, Schleimsuppe etc.) beginnen. Bei leichteren Durchfallerkrankungen können Sie essen, worauf Sie Appetit haben. Allerdings ist es klug, auf blähende oder stark zitrushaltige Speisen und Getränke zu verzichten. Für Säuglinge gibt es eine spezielle Heilnahrung, die für den Fall von Durchfall geeignet ist.
  • Medizinische Säfte mit Apfelpektin binden schädigende Stoffe oder Keime. Geriebener Apfel erfüllt denselben Zweck.
  • Tabletten mit Gerbstoffen (z. B. Tannin-Eiweiß) dichten die Darmschleimhautoberfläche ab und wirken antibakteriell. Schwarzer Tee wirkt im Prinzip ähnlich.

Rezeptfreie Medikamente gegen Durchfall

Bei starken Durchfällen können rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke den Durchfall stoppen. Solche Wirkstoffe sollten aber nur kurzfristig, also nicht länger als zwei Tage, eingenommen werden, da es leicht zu Verstopfung kommen kann.

Auch pflanzliche Präparate lindern den Durchfall oder die Krampfbeschwerden, z. B. Tabletten oder Tropfen mit Uzarawurzelextrakt. Gegen Darmkrämpfe helfen krampflösende Medikamente in Tablettenform (zum Beispiel Butylscopolamin).

Zur Stärkung der Darmflora wenden viele Menschen Hefepilze wie Saccharomyces cerevisiae var. boulardii und Saccharomyces cerevisiae Hansen CBS 5926 an. Eine andere Bezeichnung lautet auf Saccharomyces boulardii.

Vorbeugung

Das Risiko für Durchfall können Sie selbst durchaus verringern. Dazu sind die folgenden Tipps geeignet:

  • Besonders bei Reisen in heiße Länder sollten Sie nur gekochte oder geschälte Speisen essen, kein offenes Speiseeis oder Salat. Das Trinkwasser abkochen oder Mineralwasser verwenden. Dies gilt auch für das Zähneputzen. Achtung: Keine Eiswürfel in Getränke! Auf Fernreisen gilt also das Motto: cook it, wash it, peel it or forget it!, also: kochen, waschen, schälen oder Finger weg!
  • Möglichst keine rohen oder weich gekochten Eier (besonders im Sommer) und kein ungenügend gegartes Geflügel sowie ungewaschenes Obst und Salate essen.
  • Einige Darmerkrankungen wie eine Salmonellen-Infektion sind stark ansteckend. Beim Kontakt mit Erkrankten beziehungsweise für den Fall einer Erkrankung im persönlichen Umfeld sind besondere Hygienemaßnahmen notwendig. Ihr Arzt oder Apotheker wird Sie dazu beraten.
  • Hefe hemmt das Wachstum von schädlichen Keimen und dient der Regeneration der Darmflora nach einer Durchfallerkrankung oder nach der Einnahme von Arzneimitteln, die die Darmflora angreifen (z. B. nach einer Antibiotikatherapie). Eine Sanierung der Darmflora geht einher mit einer Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte. In einem gesunden Darmmilieu werden eindringende, krankmachende Keime an der Vermehrung gehindert.
  • Zur Regeneration der Darmflora und zur Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte können auch Präparate eingesetzt werden, die bestimmte Bakterienstämme (wie Milchsäurebakterien oder Escherichia coli) enthalten.
Autor:

Charly Kahle

Stand: 01.07.2015
Erstellung:
Charly Kahle | 01.07.2015
Letzte Überarbeitung:
Charly Kahle | 01.07.2015
Quellen:
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