Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Mediziner sprechen von Hypotonie oder zu niedrigem Blutdruck, wenn der Blutdruck unter eine bestimmte Grenze sinkt: der erste Wert unter 100 mmHg, der zweite Wert unter 65 mmHg. Schwindel, Blässe und Frieren sind manchmal Symptome von niedrigem Blutdruck. Viel öfter aber bleibt er unbemerkt – und das ist meistens auch nicht schlimm.

Synonyme

Hypotonie, niedriger Blutdruck

Definition

Blutdruck messen

Niedriger Blutdruck (Hypotonie) ist im Gegensatz zu Bluthochdruck (Hypertonie) keine Krankheit, sondern wirkt sich eher positiv auf die Lebenserwartung aus. Viele Menschen haben einen niedrigen Blutdruck, der jedoch keine Beschwerden verursacht. Andere Menschen klagen über Kreislaufschwäche, die häufig bei langem Stehen oder plötzlichem Lagewechsel auftritt. In der Regel ist niedriger Blutdruck nicht behandlungsbedürftig.

Mediziner sprechen von Hypotonie oder zu niedrigem Blutdruck, wenn der Blutdruck unter eine bestimmte Grenze sinkt: der erste Wert unter 100 mmHg, der zweite Wert unter 65 mmHg.

Wenn Sie sehr unter den Symptomen niedrigen Blutdrucks leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Das gilt insbesondere für Schwangere sowie Kinder, Jugendliche und Senioren. Bei plötzlich auftretendem und länger anhaltendem Blutdruckabfall mit ausgeprägter Müdigkeit oder Bewusstseinsverlust rufen Sie bitte einen Krankenwagen. Diese Symptome können auf einen Schock hindeuten.

Symptome

Typische Symptome von niedrigem Blutdruck sind allgemeine Befindlichkeitsstörungen wie:

  • Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen (vor allem am Morgen und nach Lagewechsel)
  • Kältegefühl in Händen und Füßen
  • Müdigkeit und Antriebsschwäche
  • Konzentrationsmangel
  • Wetterfühligkeit
  • Blässe
  • Schlaflosigkeit und gesteigertes Schlafbedürfnis
  • Herzklopfen, schneller Puls und Ohrensausen
  • Schweißausbrüche
  • Neigung zu Ohnmacht.

Vor allem dramatisch klingende Folgen von niedrigem Blutdruck wie Herzklopfen, Pulsunregelmäßigkeiten oder Ohnmachtsneigung sind eher selten. Wenn, dann treten diese Symptome von Hypotonie bei den dafür empfänglichen Personen überwiegend in Stresssituationen auf.

Ursachen

Die Ursachen niedrigen Blutdruckes sind aus medizinischer Sicht oft nicht erklärbar. Es gibt allerdings eine Reihe von Erkrankungen oder Umständen, die niedrigen Blutdruck begünstigen.

  • Körpergröße: Häufig sind große, schlanke Menschen betroffen.
  • Vererbung: In den Erbanlagen können Blutdruckfehlregulationen angelegt sein.
  • Herzerkrankungen wie Herzmuskelschwäche, Herzklappenfehler oder Herzinfarkt sind eine plausible Ursache für niedrigen Blutdruck.
  • Gefäßerkrankungen wie das Aortenbogensyndrom oder Venenschwäche zählen ebenfalls zu den nachvollziehbaren Ursachen von niedrigem Blutdruck.

Weitere Gründe für niedrigen Blutdruck sind:

  • Erkrankungen des Nerven- oder des Hormonsystems (vor allem Schilddrüsen- und Nebennierenfunktionsstörungen)
  • Infektionskrankheiten wie Bakterien- oder Virusinfektionen
  • starke Blutverluste oder innere Blutungen, auch Sickerblutungen (permanenter geringer Blutverlust, zum Beispiel bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren)
  • Salzmangel oder Flüssigkeitsverlust, etwa durch Schwitzen, Fieber, Erbrechen oder Durchfall sowie bei schlecht eingestelltem Diabetes durch übermäßiges Wasserlassen.
  • Nebenwirkung bestimmter Medikamente, beispielsweise solcher gegen erhöhten Blutdruck, aber auch Antidepressiva oder Antipsychotika.
  • Schwangerschaft
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • starkes Rauchen.

Behandlung

In der ärztlichen Therapie des niedrigen Blutdrucks wird Ihr Arzt zunächst die Ursache der Hypotonie klären. In vielen Fällen ist der niedrige Blutdruck nämlich nur Symptom einer anderen Erkrankung. Dann gilt es, diese Erkrankung zu behandeln. Das kann beispielsweise auch bedeuten, die Medikation gegen Bluthochdruck neu einzustellen.

Medikamentöse Therapie von niedrigem Blutdruck

Ihr Arzt kann bei niedrigem Blutdruck verschiedene Medikamente einsetzen. Häufig werden sogenannte Sympathomimetika wie Etilefrin oder Oxilofrin verordnet. Diese Medikamente steigern den Druck in Arterien und Venen. Eine weitere Möglichkeit ist die Gabe des gefäßstärkenden Mutterkornalkaloids Dihydroergotamin. Solche medikamentösen Therapien bleiben aber die Ausnahme. Üblicherweise reicht es aus, den Blutdruck mit Hausmitteln ein wenig nach oben zu treiben.

Selbsthilfe: Hausmittel gegen niedrigen Blutdruck

Im Mittelpunkt der Selbsthilfe bei niedrigem Blutdruck steht, den Kreislauf anzukurbeln und so den Blutdruck in die Höhe zu treiben. Dabei helfen die folgenden Empfehlungen zur Selbsthilfe bei Hypotonie. Fragen Sie aber bitte zunächst einen Arzt, ob diese Empfehlungen auch für Sie sinnvoll sind.

  • Morgendliche heiß-kalte Wechselduschen und Bürstenmassagen regen den Kreislauf an.
  • Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke steigern kurzfristig den Blutdruck. Das Gläschen Sekt hingegen wird nicht empfohlen. Auch wenn Alkohol zunächst den Blutdruck steigert, nach kurzer Zeit tritt der gegenteilige Effekt ein – und Sie sind schlapper als zuvor.
  • Regelmäßig Gymnastik und Sport treiben, lieber laufen statt Aufzug fahren, besser das Rad als die Bahn nehmen.
  • Wippen Sie zwischendurch immer mal wieder mit den Füßen. Das regt die Venenpumpe an und steigert den Blutdruck.
  • Ausreichend schlafen. Nach dem Aufwachen nicht sofort aufstehen, Arme und Beine dehnen und strecken. Langsam zum Sitzen kommen.
  • Bei Krampfadern bitte konsequent die Kompressionsstrümpfe tragen. So kann kein Blut in den Beinen versacken.
  • Hilfreich sind auch herz- und kreislaufanregende pflanzliche Arzneimittel aus der Apotheke wie Campher und Weißdorn.

In vielen Fällen – besonders bei älteren Menschen – geht niedriger Blutdruck mit einem gewissen Grad an Austrocknung einher. Achten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge. Etwa 1,5 Liter pro Tag sollten es wenigstens sein. Besonders geeignet sind Wasser, Früchtetees und Saftschorlen, weil sie kalorienarm sind und so nicht zu Übergewicht beitragen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 23.03.2018

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