Zahnwurzelentzündung

Bei einer Zahnwurzelentzündung ist nicht die Zahnwurzel entzündet, sondern das sie umgebende Gewebe. Mehr Informationen hier.

Synonyme

Zahnmarkentzündung, Pulpitis

Definition

Zahnbürste Zahnseide

Zahnärzte bezeichnen Zahnwurzelentzündungen als Pulpitis. Der Fachbegriff Pulpitis leitet sich ab von der Bezeichnung für das Zahnmark, die Pulpa. Die Endung -itis verweist auf eine Entzündung.

Die umgangssprachlichen Begriffe Zahnwurzelentzündung oder Zahnnervenentzündung sind aus medizinischer Sicht nicht ganz korrekt. Denn bei Pulpitis ist nicht der Zahnnerv selbst entzündet, sondern die ihn umgebende Pulpa. Das allerdings reizt den Zahnnerv stark und erklärt die mitunter heftigen Symptome.

Symptome

Zahnwurzelentzündungen gehen oft mit starken Zahnschmerzen einher. Eines der typischen Symptome ist ein pochender, mitunter dumpf ziehender Zahnschmerz. Mitunter äußert sich eine beginnende Pulpitis aber auch nur durch eine erhöhte Empfindlichkeit der Zähne für Kälte- und Hitzereize oder Druck.

Ohne Behandlung verlaufen Zahnwurzelentzündungen fast immer fortschreitend. Dann bildet sich in der Pulpa mitunter ein Abszess. Diese ummantelten eitergefüllten Hohlräume sorgen in der Regel für zunehmende Schmerzen. In ungünstigen Fällen greift die Entzündung auf den Kieferknochen und das umliegende Gewebe über. In diesen Fällen wird Pulpitis in Form einer geschwollenen Wange sichtbar.

Komplikationen

Wenn Zahnwurzelentzündungen nicht behandelt werden, besteht die Gefahr, dass Pulpagewebe und der Zahnnerv absterben. Zudem kann der Eiterabszess platzen. Unter besonders unglücklichen Umständen kann dies zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Ursachen

In den meisten Fällen werden Zahnwurzelentzündungen durch Karies oder Zahnfleischentzündung (Parodontitis) verursacht. Vor allem bei Karies fressen sich die Kariesbakterien durch den Zahnschmelz bis in das Zahnmark. Dort verursachen sie dann die Entzündung, die zu einer Schwellung der Pulpa und den unangenehmen Symptomen der Pulpitis führt. Zahnfleischentzündungen begünstigen Zahnwurzelentzündungen, weil die Bakterien in den Zahnfleischtaschen nur schwer zu bekämpfen sind und sich daher häufig lange Zeit unbemerkt vermehren.

Behandlung

Die Behandlung von Zahnwurzelentzündungen besteht darin, den entzündeten Wurzelkanal zu sanieren und die auslösenden Bakterien zuverlässig abzutöten. Das geschieht in der Regel im Zuge einer Zahnwurzelbehandlung. Der beste Ansprechpartner dafür sind Zahnärzte mit einer Zertifizierung als Endodontologen.

Ablauf einer Wurzelbehandlung

Ein Risiko der Wurzelbehandlung oder Wurzelkanalbehandlung liegt darin, mit dem Eingriff Keime aus dem Mund in den Zahn zu übertragen. Daher beginnt eine Wurzelbehandlung in der Regel mit einer gründlichen Reinigung des betroffenen Zahnes. Danach wird der Zahn mit Latexgummi umhüllt.

Um in die Pulpa zu gelangen, wird der Zahn aufgebohrt. Abschließend wird das entzündete Gewebe im Wurzelkanal abgetragen. In die Wunde wird ein Antibiotikum gegeben, um etwaig verbliebene Keime abzutöten. Danach verschließt der Zahnarzt den Zahn mit einem Provisorium.

Der mitunter wochenlange Heilungsprozess wird mithilfe von Röntgenaufnahmen kontrolliert. Bei einem Wiederaufflammen der Entzündung kann die Wurzelbehandlung wiederholt werden. Wenn die Entzündung sicher abgeklungen ist, wird das Provisorium durch eine Krone oder Füllung ersetzt.

Wurzelspitzenresektion

Wurzelbehandlungen erzielen auch bei Wiederholung nicht immer den gewünschten Erfolg. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, bei einer sogenannten Wurzelspitzenresektion einen kleinen Teil der Wurzelspitze zu entfernen. Mitunter brechen Wurzelspitzen auch während der Wurzelbehandlung. Dann müssen diese Wurzelteile aus dem Wurzelkanal entfernt werden, da sie ansonsten immer wieder Entzündungen hervorrufen.

Zahnextraktion

Versagen sowohl Wurzelbehandlung als auch Wurzelspitzenresektion und die Entzündung bleibt bestehen, lässt sich der betroffene Zahn nicht mehr retten und wird gezogen (Zahnextraktion).

Kostenübernahme bei Wurzelbehandlung

Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Behandlung von Zahnwurzelentzündungen oft nicht oder nur teilweise. Lassen Sie sich für Wurzelbehandlung und Wurzelspitzenresektion vom Zahnarzt einen Behandlungsplan und ein verbindliches Angebot erstellen.

Vorbeugung

Regelmäßige Zahnpflege mit Zahnbürste und Zahnseide senken das Risiko für Karies und Parodontitis – und damit auch das Risiko für Zahnwurzelentzündungen. Wenigstens ein Mal, besser 2 Mal, im Jahr sollten die Zähne bei einer professionellen Zahnreinigung (PZR) gründlich von Plaques und Zahnstein befreit werden. Zudem sollten Sie Ihre Zähne 2 Mal im Jahr zahnärztlich checken lassen. Bei Zahnschmerzen lautet die dringende Empfehlung: Immer gleich einen Termin beim Zahnarzt ausmachen.

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Nachrichten zu Mund & Zähne

Autor: Charly Kahle

Stand: 05.02.2018

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