Norovirus-Infektion

Noroviren zählen zu den häufigsten Auslösern von Durchfall. Alles Wichtige über Symptome, Ursachen und Behandlung von Norovirus-Infektionen.

Synonyme

Norovirus-Gastroenteritis, Norovirus-Brechdurchfall, Norovirus-Magen-Darm-Entzündung

Definition

Durchfall Toilettenpapier leer

Mediziner bezeichnen Norovirus-Infektionen als Norovirus-Gastroenteritis. Übersetzt bedeutet das: Magen-Darm-Entzündung durch Noroviren. Noroviren zählen zu den am stärksten ansteckenden Krankheitserregern überhaupt. Schon wenige Viren genügen, um die meist überaus heftigen Symptomen der Norovirus-Infektion zu verursachen. Zu diesen Symptomen zählen meist sehr heftiger Durchfall und sehr oft auch starkes Erbrechen.

Üblicherweise vergehen Norovirus-Infektionen innerhalb von 48 Stunden, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. Das ist aber kein Grund, diese Durchfallerkrankung leicht zu nehmen. Denn durch den massiven Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten ergeben sich vor allem bei Kindern und alten oder kranken Menschen mitunter schwerwiegende Komplikationen bis hin zum Kreislauf- oder Herzversagen.

Weil Norovirus-Infektionen so hoch ansteckend sind, gehören sie laut Infektionsschutzgesetz zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Das stellt sicher, dass beispielsweise Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Kantinen oder Altenheime als Infektionsherde ausgemacht und die Besucher entsprechend gewarnt werden können.

Häufigkeit

Die Häufigkeit von Norovirus-Infektionen hat im Jahr 2016 sprunghaft zugenommen. In den 5 Vorjahren hatte das Robert-Koch-Institut im Durchschnitt etwa 7.800 bestätigte Fälle registriert. 2016 kletterte die Zahl auf mehr als 46.000 Fälle. Für 2017 wird sich die Zahl der Norovirus-Infektionen noch einmal deutlich erhöhen: Schon Anfang November waren mehr als 53.000 Infektionen mit Noroviren bestätigt.

Symptome

Die charakteristischen Symptome von Norovirus-Infektionen sind schnell einsetzender und heftiger Durchfall sowie starkes Erbrechen bei Menschen, die sich gerade noch gesund gefühlt hatten. Bei etwa einem Drittel ist das Erbrechen nur schwach ausgeprägt oder bleibt selten sogar aus. In der Mehrzahl der Fälle ist das Erbrechen schwallartig. Durchfall und Erbrechen halten etwa 24 bis 36 h an, manchmal auch bis 2 Tage.

Anders als bei vielen anderen Durchfallerkrankungen sind Norovirus-Infektionen meistens überaus quälend. Durchfall und Erbrechen sind von einem meist heftigen Krankheitsgefühl und starken, zuweilen krampfartigen Magen- und Bauchschmerzen begleitet. Nicht selten kommt es zu Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen. Die Infektion schwächt insbesondere Kinder und ältere Menschen so stark, dass es zu Kreislaufstörungen mit Schwindel oder Ohnmacht kommt.

Komplikationen

Durchfall und Erbrechen führen zu einem massiven Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten. Das kann den Kreislauf so stark belasten, dass es zu einem Zusammenbruch (Schock) kommt. Von daher ist es insbesondere bei Kindern sowie alten und kranken Menschen von elementarer Bedeutung, diesen Verlust auszugleichen.

Ursachen

Ursache der Noroviren-Infektion ist – wie der Name es vermuten lässt – eine Ansteckung mit Noroviren. Noroviren sind weltweit verbreitet und überaus widerstandsfähig. Die humanen Noroviren als Ursache der Gastroenteritis gehören zu den ansteckendsten Viren überhaupt. Schon wenige Viren genügen, um einen Menschen zu infizieren. Übertragen werden Noroviren durch Schmierinfektionen, vor allem über die Hände oder durch Einatmen von Viruspartikeln, beispielsweise von virushaltigen Tröpfchen bei schwallartigem Erbrechen.

Ursache für schnell steigende Zahl der Norovirus-Infektionen

Die Zahl der Norovirus-Infektionen könnte sich 2017 im Vergleich zu den ersten Jahren des Jahrzehnts nahezu verzehnfachen. Das liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts daran, dass sich seit Jahresbeginn 2016 eine neue Variante der humanen Noroviren verbreitet. Dieses rekombinante Virus ist demnach übermäßig aggressiv und ansteckend.

Behandlung

Norovirus-Infektionen lassen sich nicht ursächlich behandeln. Die Therapie muss sich daher darauf beschränken, die Symptome zu lindern, Komplikationen vorzubeugen und eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu vermeiden. Dabei sollte bedacht werden, dass Noroviren noch bis zu 14 Tagen nach Erkrankungsbeginn, in Ausnahmefällen auch noch länger, ausgeschieden werden können.

Behandlung von Norovirus-Infektionen

Das beste Mittel gegen Norovirus-Infektion ist so viel Ruhe wie möglich. Auf keinen Fall sollten Sie zu Durchfallstoppern wie Loperamid und Tannin oder Medikamenten gegen Übelkeit (Antiemetika) wie Dimenhydrinat und Ingwerwurzel greifen. Mit diesen Medikamenten würden Sie die Erkrankungsdauer nur verlängern. Durchfall und Erbrechen sind Schutzmaßnahmen unseres Körpers, mit denen er die Viren so schnell wie möglich entfernt. Beschleunigen lässt sich dieser Prozess nicht.

Ausdrücklich gewarnt sei vor dem Einsatz von Antibiotika. Auch wenn viele Menschen es nicht wahrhaben wollen: Viren sprechen auf eine Behandlung mit Antibiotika nicht an. Der Gebrauch von Antibiotika gegen Viren ist nicht nur nutzlos. Er gefährdet sogar die Gesundheit, weil er die Bildung von Antibiotikaresistenzen fördert.

Viel trinken und Elektrolyte ersetzen

Um den Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten auszugleichen, müssen Betroffene unbedingt viel trinken. Ansonsten drohen Herz-Kreislaufbeschwerden wie Herzrhythmusstörungen bis hin zum Schock. Auch die Nieren können aufgrund des Flüssigkeitsmangels Schaden nehmen.

Als Getränke und Elektrolyt-Lieferanten gut geeignet sind Fruchtsaftschorlen oder auch stark salzhaltige Suppen wie Hühnersuppe oder Gemüsebrühen. Kinder, Kranke, Alte und Schwangere sind besonders gefährdet. In Absprache mit dem behandelnden Arzt kann hier der Einsatz von sogenannten Anti-Austrocknungslösungen (oralen Rehydratationslösungen) sinnvoll sein. Die sogenannte WHO-Lösung beispielsweise enthält Traubenzucker für die Energieversorgung und alle notwendigen Elektrolyte in einem idealen Mischverhältnis.

Vorbeugung

Noroviren sind so hoch ansteckend, dass eine Infektion sich kaum sicher vermeiden lässt. Das Risiko lässt sich aber durch peinlichste Hygiene im Umfeld von Erkrankten senken. Dabei spielt die Handhygiene eine herausragende Rolle. In nahezu allen Fällen gelangt das Virus über die Hände von Mensch zu Mensch bzw. von der Hand über den Mund in den Körper.

Autor: Charly Kahle

Stand: 30.11.2017

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