Studie: E-Zigaretten deutlich weniger schädlich als Rauchen

Britische Forscher wollen belegt haben, dass E-Zigaretten und Nikotinersatztherapien zumindest sicherer sind als das Rauchen selbst.

Rauchen

Bergen die immer beliebter werdenden E-Zigaretten bislang unbekannte gesundheitliche Risiken? Diese Frage wird unter Nutzern wie in der Medizin kontrovers diskutiert. Britische Ärzte geben jetzt zumindest in einem Punkt Entwarnung: Sie wollen belegt haben, dass E-Zigaretten und Nikotinersatztherapien zumindest sicherer sind als das Rauchen selbst.

 

Deutlich weniger Toxine und Karzinogene

E-Zigaretten und Nikotinersatztherapien senken die Konzentration von giftigen Chemikalien im Körper offenbar deutlich stärker als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle britische Studie, die jetzt unter dem Titel „Nikotin, Karzinogene und Toxin-Exposition in langfristiger E-Zigaretten- und Nikotinersatztherapie“ in der Fachzeitschrift „Annals of Internal Medicine“ veröffentlich wurde.

Die Forscher hatten insgesamt 181 Probanden untersucht, die seit wenigstens 6 Monaten ganz oder teilweise auf E-Zigaretten oder anderen Nikotinersatztherapien wie Pflaster oder Kaugummis umgestiegen waren. Das Ergebnis: Bei den Probanden, die ausschließlich E-Zigaretten und/oder Nikotin-Ersatz nutzten, war die Konzentration von Zellgiften und krebserregenden Substanzen deutlich geringer als bei Rauchern oder den Probanden, die neben E-Zigarette oder Nikotinersatz auch noch rauchten. Diese Ergebnisse widerlegen nach Einschätzungen der Autoren andere Studien, bei denen im Labor keine positiven Effekte gefunden worden waren.

Langfristige Auswirkungen wahrscheinlich minimal

Studien-Erstautor Dr. Lion Shahab sieht Zweifel an der Sicherheit von E-Zigaretten nach dieser Studie als unbegründet an. Der leitende Dozent in der Abteilung für Epidemiologie und öffentliche Gesundheit am University College London (UCL) meint, E-Zigaretten könnten dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören und das Nikotinverlangen gleichzeitig sicher zu befriedigen.

Die Studie lege nahe, dass die langfristigen Auswirkungen von E-Zigarette auf die Gesundheit minimal sein werden, so Alison Cox, die Direktorin für Krebsprävention der gemeinnützigen Einrichtung „Cancer Research UK“, die die Studie maßgeblich finanziert hat.

Deutsche Experten skeptisch

In Deutschland sieht der Gesetzgeber E-Zigaretten kritischer. Jugendliche dürfen die beliebten E-Zigaretten und E-Shishas seit dem 1. April 2016 nicht mehr kaufen. Bis dahin waren sie von dem Verkaufsverbot an Jugendliche ausgenommen, weil sie keinen Tabak beziehungsweise kein Nikotin enthalten. Experten weisen schon seit längerer Zeit immer wieder darauf hin, dass die vermeintlich harmlosen E-Zigaretten der Gesundheit schaden können. Sie haben den Verdacht, E-Zigaretten könnten Atemwegserkrankungen und Krebs begünstigen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 14.02.2017

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