Grippe: Vor allem jungen Erwachsene stark betroffen

Mehr als 10.000 Grippefälle und 17 Tote – außerdem besonders viele junge Erwachsene , die am Schweinegrippen-Virus erkranken: So beginnt die Grippewelle 2016.

Grippe

Das Robert-Koch-Institut hat bis Mitte Februar etwa 10.000 Grippe-Infektionen bestätigt. 17 Menschen starben während der Infektion. Besonders auffällig: Der als Schweinegrippen-Virus bekannte Grippevirenstamm H1N1 verursacht bei jungen Erwachsenen unbekannt häufig schwere Grippesymptome.

Die Grippewelle 2016 steht noch an ihrem Anfang. Und doch meldet die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert-Koch-Institutes schon fast 10.000 bestätigte Grippefälle bis Mitte Februar. Die tatsächliche Zahl der Grippeinfektionen dürfte deutlich höher, da nicht alle Ärzte Proben an das RKI zur Untersuchung schicken und längst nicht alle Grippeerkrankungen als solche festgehalten werden.

Nach Angaben des RKI wird die Grippe bei nahezu 70 Prozent der nachgewiesenen Fälle durch den Virenstamm N1H1 verursacht. Dieses Grippevirus wird auch als Schweinegrippenvirus bezeichnet. Die sogenannte Schweinegrippe hatte vor einigen Jahren zu Befürchtungen über eine weltweite schwere Grippeepidemie geführt, die dann allerdings nicht eintrat. Aber das Virus konnte sich als häufigster Verursacher der Grippe in Europa festsetzen.

Besonders junge Erwachsene von Schweinegrippe betroffen

Eine Besonderheit fällt den Grippe-Experten des RKI auf: In diesem Jahr scheint das H1N1-Virus vor allem bei jungen Erwachsenen besonders schwere Symptome zu verursachen. Üblicherweise fallen die Grippe-Symptome bei jungen Erwachsenen schwächer aus als bei älteren Menschen oder Kindern. Eine Erklärung für den veränderten Grippeverlauf bei diesen Erkrankten gibt es bislang nicht. Mediziner gehen aber davon aus, dass das Virus sich besser angepasst hat – und sich daher besser gegen das stabile Immunsystem gesunder junger Erwachsener behaupten kann.

Grippeschutzimpfung mindert das Risiko

Ungeachtet der leidenschaftlichen Diskussionen um die Grippeschutzimpfung: Die Ständige Impfkommission und die Stiftung Warentest empfehlen die Impfung beispielsweise für Menschen ab dem 60. Lebensjahr oder alle Personengruppen mit viel Publikumskontakt. Für Kinder im Alter bis zu 14 Jahren empfiehlt das RKI die Grippeschutzimpfung uneingeschränkt, die Stiftung Warentest hält sie für Kinder und Jugendliche „erwägenswert“. Nach Ansicht vieler Experten ist die Grippeschutzimpfung also sinnvoll – auch jetzt noch. Es dauert allerdings etwa 14 Tage, bis der Impfschutz sich ausbildet. Und es ist auch wahr: Trotz Grippeschutzimpfung kann es zu einer Influenzainfektion kommen. Die Schutzimpfung vermeidet nur etwa die Hälfte aller zu erwartenden Grippeerkrankungen. 15 häufige Fragen und Antworten zur Grippeschutzimpfung beleuchten das Pro und Contra der Grippevorsorge.

Autor: Charly Kahle

Stand: 22.02.2016

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