Typ-1-Diabetes: Hoffnung auf Impfung

Etwa 25.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind an Typ-1-Diabetes erkrankt. Forscher sprechen nun von einer begründeten Hoffnung auf Impfung.

Die Hoffnungen auf eine Impfung gegen Typ-1-Diabetes haben neue Nahrung erhalten. Im Rahmen der sogenannten PrePoint-Studie ist es gelungen, bei Kindern mit einem hohen Diabetesrisiko einen Impfeffekt zu erzielen. Ob die Impfung mit Insulin in Pulverform dauerhaft Schutz vor Typ-1-Diabetes bietet, muss in weiteren Studien noch untersucht werden. Die an dem internationalen Forschungsprojekt beteiligten Wissenschaftler sind jedenfalls sehr zuversichtlich, auf dem Weg zu einer Typ-1-Diabetes-Impfung deutlich vorangekommen zu sein. In der PrePPOINT-Studie wurden 25 Kinder im Alter zwischen 2 und 7 Jahren mit einem deutlich erhöhten Diabetesrisiko untersucht. Die Kinder hatten jedoch noch keine Autoantikörper entwickelt. Während der Studie erhielten 15 der Kinder über durchschnittlich ein halbes Jahr eine stetig ansteigende Dosis von Insulin in Pulverform. Die 10 Kinder der Kontrollgruppe bekamen ein Scheinmedikament (Placebo). Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich über 4 Jahre von 2009 bis 2013. Immunantwort von gesunden Kindern provoziert Das Ergebnis versetzte die Forscher in helle Aufregung. Ab einer Insulingabe von 67,5 mg Insulin täglich entwickelten die Kinder die erwünschte Immuntoleranz. Normalerweise wird diese Immuntoleranz vom körpereigenen Immunsystem in den ersten Lebensjahren aufgebaut, um Autoimmunreaktionen zu verhindern. Das Immunsystem der Kinder zeigte also nach der oralen Insulingabe die Reaktion, die bei gesunden Kindern ohne erbliche Belastung vor Typ-1-Diabetes schützt. Als besonders positiv bewerten die Forscher außerdem, dass die Behandlung mit dem Insulinpulver keine unerwünschten Effekte wie beispielsweise Unterzuckerungen verursachte. Weitere Informationen über Diabetes Typ 1 Jüngste Typ-2-Diabetekerin mit nur 3 Jahren (News vom 07.10.2015) Überblick Diabetes Typ 1: Symptome, Ursache und Komplikationen Die Behandlung von Diabetes Typ 1 Typ-1-Diabetes: Erkrankungsgefahr bei Kleinkindern vorhersagen Weitere Studien notwendig Die an der Studie beteiligte Münchner Professorin und Diabetesforscherin Anette-Gabriele Ziegler bewertet die Ergebnisse als „Revolution bei der Behandlung von Typ-1-Diabetes“. Von einem zuverlässigen Impfschutz gegen Typ-1-Diabetes sind die Wissenschaftler aber doch noch ein gutes Stück entfernt. Nun müssen weitere Studien unter anderem zeigen, ob die Immunantwort nach der Insulingabe dauerhaft bleibt. Auch müssen größere Gruppen von Kindern untersucht werden. Die PrePOINT-Studie ist ein internationales Forschungsprojekt, an dem in Deutschland das Zentrum für regenerative Therapien (Center for regenerative therapies) in Dresden und das Institut für Diabetesforschung des Helmholtz-Zentrums München beteiligt sind. Das Dresdner Institut zählt zu den Forschungszentren der Deutschen Forschungsgesellschaft. Typ-1-Diabetes hat viele Namen: Juveniler Diabetes, jugendlicher Diabetes, insulinabhängiger Diabetes oder Zuckerharnruhr Typ 1 sind nur einige Beispiele. Im Gegensatz zum sehr viel weiter verbreiteten Typ-2-Diabetes ist der Typ-1-Diabetes vor allem erblich bedingt und entwickelt sich meistens schon in der Kindheit. In Deutschland gibt es 25.000 Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes. Da die Krankheit gegenwärtig nicht heilbar ist, müssen Erkrankte ihr ganzes Leben lang die Blutzuckerwerte regelmäßig messen und Insulin spritzen. Quelle: Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums München: Typ 1-Diabetes - Erste Hürde zur Insulin-Impfung erfolgreich genommen Redaktion: Charly Kahle

Autor: Charly Kahle

Stand: 08.05.2015

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